Wer sind die Mennoniten?

Mennoniten sind die Mitglieder einer evangelischen Freikirche, die zur Zeit der Reformation in der Wiedertäuferbewegung entstanden sind. 1525 entstand in Zürich um den Reformator Zwingli ein Bibellesekreis, der nach Reformen für die Kirche suchte. Mitglied dieses Bibelkreises waren u.a. Konrad Grebel und Felix Manz, die weitergehende Reformen suchten und ein Gemeindeverständnis hatten, das nah am heutigen mennonitischen Verständnis war. Als der Rat der Stadt Zürich ( und mit ihm auch Zwingli) ein Redeverbot für Grebel, Manz und ihre Anhänger erließ, berieten sie sich im Gebet. Als Georg Blaurock , ein ehemaliger Mönch, nach dem Gebet um die wahre, echte christliche Taufe auf seine Erkenntnis und seinen Glauben bat, vollzog Grebel sie . Anschließend taufte Grebel die Versammlungsteilnehmer. Dies war die Geburtstunde der Wiedertäufer.

Die Grundlage der Wiedertäufer ist, wie in den übrigen christlichen Kirchen auch, die Bibel.

Die Merkmale des täuferisch- mennonitischen Glaubens sind:

     

    1. Die Gemeinde handelt nach dem Vorbild der apostolischen Gemeinden

    2. Die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens nach vorheriger Unterweisung

    3. Die strenge Wahrhaftigkeit und damit die Ablehnung des Eides

    4. Die Einheit von Lehre und Leben

    5. Die Selbstständigkeit jeder Gemeinde und volle Unabhängigkeit vom Staat

    6. Die Friedfertigkeit

Einer der bedeutsamsten Führer der Wiedertäufer war der niederländische Priester Menno Simons. Nachdem er auf den Gedanken gekommen war, dass die Kindstaufe biblisch nicht zu begründen sei, legte er das Amt des Priesters ab, trat aus der katholischen Kirche aus und ließ sich erneut taufen; somit wurde er Ältester der Gemeinde in Groningen. Er investierte jede Menge Zeit und Kraft, um der Gemeinde beizustehen. Zu Anfang bezeichnete man die Mitglieder seiner Gemeinde als Mennisten, allerdings entwickelte sich aus dem Namen schon bald der Begriff Mennoniten. Mennoniten lassen sich als Erwachsene taufen, da sie, wie Menno Simons, die Kindstaufe nicht mehr befürworten und sich lieber auf ihren Glauben hin taufen ließen.

Somit erhielten sie von den Gegnern den Namen "Wiedertäufer". Diese Gegner, egal ob evangelisch oder katholisch, verfolgten, verbrannten, köpften, ertränkten und vertrieben die Anhänger des Menno Simons. In ganz Europa wurden Tausende hingerichtet. Der erste täuferische Anhänger wurde 1527 in Zürich ertränkt. Auch in Ingolstadt wurde ein Mann, der auf der Durchreise nach Mähren war, hingerichtet, den man, weil er sich trotz Folter weigerte, seinen christlichen Glauben und seine täuferischen Überzeugungen aufzugeben, bei lebendigem Leib verbrannte. Trotz oder gerade wegen härtester Verfolgung breitete sich die Täuferbewegung rasch aus, vor allem in der Schweiz, Österreich, Mähren und Süddeutschland.

Ein weiteres Kapitel der Ausbreitung und der frühen Bewegung war die Übernahme der Stadt Münster im Jahr 1534. In Münster versammelten sich damals viele Wiedertäufer und vertrieben alle, die diesen Glauben nicht vertraten. Über ein Jahr wurde die Stadt Münster von den fanatischen Gläubigen terrorisiert, bis ein bischhöfliches Heer diesem Ereignis ein Ende setzte. Jedoch brachten diese Ereignisse viel Leid auf die Taufgesinnten, denn man unterschied nicht zwischen den friedlichen und den radikalen Wiedertäufern, damals, sowie heute.

Informationen über heutige Gemeinden die den Wiedertäufern nahestehen siehe unter Ingolstadt und Karlsruhe.